Bienenprojekt
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Kürbisbauern: Auf die Hummeln ist Verlass

Zu den wichtigsten Bestäubern in der Landwirtschaft zählen neben den Bienen ihre etwas dickeren Verwandten: die Hummeln. Sie bestäuben im Vergleich zu einer Honigbiene bis zu fünfmal mehr Blüten pro Tag. Davon können insbesondere Kürbisbauern ein Lied singen. Denn um das typisch steirische Kürbiskernöl zu gewinnen, brauchen die Bauern kräftige Pflanzen mit vielen Kernen. Und die entstehen nur, wenn die Kürbisblüte ausreichend bestäubt wird.

Gemeinsam mit dem Naturschutzbund will HOFER deshalb die Qualität des so genannten grünen Goldes retten. Beim Projekt „Hummeln im Kürbisanbau” untersuchten Experten des Naturschutzbundes im Jahr 2014 die Ernte von sieben Kürbisbauern. Sie haben ihre Felder in besonders intensiv bewirtschafteten Teilen der Oststeiermark, wo natürlich vorkommende Bestäuber wie die Hummel fehlen. Fünf von ihnen erhielten für ihr Kürbisfeld deshalb je zwei Hummelvölker. Dabei kamen fünf verschiedene Arten zum Einsatz: Baum-, Stein-, Garten-, Erd- und Wiesenhummeln.

Die zwei anderen Bauern mussten ohne die molligen Brummer auskommen, sie wurden als „Kontrollgruppe” eingesetzt. Einer der beiden hat sein Kürbisfeld in einer ökologisch günstigen Lage. Das bedeutet, rund um den Acker befinden sich verschiedene Wiesen und Wälder, die vielen blütenbesuchenden Insekten ein Zuhause geben. 

Gartenhummel und Kürbis - das perfekte Paar

In den ersten drei Wochen der Kürbisblütezeit wurde unter anderem untersucht, wie viele der ausgebrachten Hummeln auch tatsächlich Blüten besuchen. Dabei kamen die Forscher zu einem erstaunlichen Ergebnis: Nicht die ursprünglich angenommenen Steinhummeln „flogen” auf die Kürbisse, sondern die Gartenhummeln bestäubten die meisten Kürbisblüten. Obwohl die zwei angesiedelten Gartenhummelvölker nur klein waren, bestäubten sie mit Abstand die meisten Kürbisblüten. Das Resultat: Knapp 55 % der Kürbisse auf diesem Feld lieferten mehr Kerne, als der Durchschnitt der Kürbisse auf den anderen untersuchten Feldern. Auf den Feldern ohne Gartenhummel lag die Kernausbeute zwischen 250 und 400, beim „Gartenhummelfeld” war sie bei mehr als der Hälfte zwischen 400 und 650.

Neben der Gartenhummel besuchten auch die Erd- und die Wiesenhummel Kürbisblüten. Allerdings bei weitem nicht in demselben Ausmaß. Obwohl Baum- und Steinhummeln mitten im blühenden Kürbisfeld aufgestellt wurden, kümmerten sich diese überhaupt nicht um die Kürbisblüten. Zusätzlich zu den Hummeln wurden auf allen Feldern auch Honigbienen genau beobachtet und gezählt. Beim Feld in der ökologisch günstigen Lage waren darüber hinaus auch noch Wildbienen, Fliegen sowie Käfer auf den Blüten zu finden – ein Beweis für die große Bedeutung intakter Naturflächen.

Um diese wissenschaftlichen Aussagen genauer bestätigen zu können, wurde das Projekt im Frühjahr 2015 fortgesetzt. Im Fokus stand dabei die Gartenhummel und ihre Effektivität in der Kürbisbestäubung. Aufgrund von Anzuchtschwierigkeiten konnten leider nur ein Stock mit Gartenhummeln und drei Erdhummelvölker bei den Feldern aufgestellt werden. Doch auch diese Ergebnisse sind beeindruckend: Der Kernertrag pro Kürbis war auf dem Feld mit Gartenhummeln um fast 34 % höher, bei den Erdhummelfeldern um fast 19 %. Das zeigt, wie wichtig Hummeln für die Kürbisbauern sind.

Um das Projekt nun fortzusetzen werden 2016 entlang von mehreren Kürbisfeldern in der Steiermark und im Südburgenland Blühstreifen angelegt. Damit soll überprüft werden, ob durch dieses zusätzliche natürliche Nahrungsangebot für bestäubende Insekten ebenfalls eine Ertragssteigerung beim Kürbis erreicht wird. So wollen die Experten vom Naturschutzbund herausfinden, ob sich damit Hummeln von selbst in der Nähe der Kürbisfelder ansiedeln, um das künstliche Aufstellen von Hummelvölkern zu ersetzen.

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