Landwirtschaftsprojekt
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Grüne Paradiese gefunden: Die Gewinner des Urban Gardening-Wettbewerbs

Öffentliche Gartenprojekte haben nicht nur einen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt im urbanen Raum. Dass in Gemeinschaftsgärten mehr wächst als nur selbstherangezogenes Gemüse, beweisen unsere Sieger-Projekte:

Sophiengarten Wien - Zusammenarbeit mit Verein Gartenpolylog, GärtnerInnen der Welt kooperieren

Mehr als zehn Jahre lag der Sophiengarten, ein ehemaliger Kinderspielplatz im dritten Wiener Gemeindebezirk, brach. Vom Bezirk beauftragt, unterstützt der Verein „Gartenpolylog“ die Gruppe rund um den Sophiengarten noch bis Ende Juni beim Anlauf des Projekts. Anschließend werden Konzept und Ideen von den ehrenamtlichen Mitgliedern der „Sophiengarten“-Initiative umgesetzt. Das Ziel: gemeinsam mit der Nachbarschaft einen öffentlichen Garten zu gestalten und wachsen zu lassen und damit der Fläche wieder eine Identität zu geben. Entstehen soll eine grüne Oase mit Infrastruktur, Aufenthaltsqualität und einer individuellen Note zwischen Bundesstraße und Donaukanal. „Politische Unterstützung haben wir, finanzielle jedoch kaum. 5.000 Euro von Hofer bedeuten für uns ein großes Stück gestalterische Freiheit. Denn Ideen haben wir viele: Hochbeete, eine Outdoor-Kochstelle, eine begrünte Pergola, flexible Gartenmöbel für Feste und natürlich allgemeine Infrastruktur“, so Clemens Kauffmann von der Initiative „Sophiengarten“. Weitere Infos: www.gartenpolylog.org

Sophiengarten Wien

Innsbruck: Gemeinschaftsgarten innsGART'l - Verein freipflanzen

„innsGART'l“ wurde 2013 in insgesamt 2.000 Arbeitsstunden von dem gemeinnützigen Verein „freipflanzen“ errichtet. In Innsbrucks größtem Gemeinschaftsgarten bauen rund 115 Vereinsmitglieder - darunter eine Waldorfschule, drei Restaurants, Sozialvereine und Asylwerber - auf Privat- und Gemeinschaftsbeeten Bio-Gemüse, Kräuter und Blumen an. Mitten in Tirols Landeshauptstadt verschmelzen dadurch urbane Selbstversorgung, soziale Begegnung, ein Veranstaltungsort für Workshops und eine Blütenoase für 50.000 Stadtbienen und zahllose Schmetterlinge. Christoph Klocker vom Verein „freipflanzen“ über das innovative Vorhaben für 2017 und die Verwendung der 5.000 Euro von Hofer: „Im Garten werden Pflanzenkohle sowie die besonders fruchtbare ‚Terra Preta‘ produziert - beides wertvolle CO2 Speicher. Dazu benötigen wir einen Häcksler und Stromanschluss. Im Herbst muss dann der Garten aufgrund eines Wohnbauprojekts leider komplett übersiedeln, was außerordentliche Ausgaben verursacht.“ Weitere Infos: www.freipflanzen.at/innsgartl.

Selbsterntegarten Am Steinfeld: Verein Forum Urbanes Gärtnern Graz

Auf einer von der Stadt Graz zur Verfügung gestellten 900 m² großen Brache errichtet das „Forum Urbanes Gärtnern“ in Graz einen Gemeinschaftsgarten. Damit soll Grazern, die nicht über einen Garten verfügen, Zugang zum Selbsternten ermöglicht werden. „Die ‚essbare Stadt‘, die es gilt, auch in Graz zu etablieren, soll hier ihren Anfang nehmen“, erklärt die ehrenamtliche Gärtnerin Anneliese Scherz. „Das Wissen um gärtnerische Kulturtechniken zur Lebensmittelproduktion geht im urbanen Umfeld leider immer mehr verloren. Wir wollen es Kindern und Erwachsenen ermöglichen, sich niederschwellig und offen an das Gärtnern heranführen zu lassen. Dazu werden wir Workshops und Seminare im Garten anbieten.“ Da die Fläche an einer stark befahrenen Durchzugsstraße liegt, kann der Boden nicht zum Gemüsegärtnern genutzt werden. Stattdessen kommen vorwiegend mobile Hochbeete zum Einsatz. Die 5.000 Euro Gewinnerprämie von Hofer kommen hier gerade recht, um Holz und Erden für den Bau der Hochbeete, Pflanzsubstrat zum Befüllen sowie die Gartenausstattung zu finanzieren. Weitere Infos: www.urbanes-gaertnern.at.

Forum Urbanes Gärtnern

Linz: Die Gärten beim Leisenhof

20 Gehminuten vom Linzer Hauptplatz liegt der Leisenhof, ein Vierkanter aus dem Jahr 1751, der mitten im artenreichen Grüngürtel von Linz Ruhe und Ausgleich zur Hektik der Stadt bietet. Seit 2005 ermöglicht die katholische Kirche als Eigentümer der Flächen die Entstehung von Gemeinschaftsgärten. Mittlerweile ist eine „Demeter-Gärtnerei“ für biologisch-dynamische Lebensmittel entstanden sowie zwei Gemeinschaftsgärten, in denen mehr als 45 Gärtner zwischen zwei und 76 Jahren auf einer Fläche von mehr als 5.000 m2 zusammen gärtnern und ernten. Mit dem Gewinn sollen diese weiter ausgebaut werden. Künftig sollen am Leisenhof auch Workshops und Veranstaltungen rund um die Themen ökologische Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und regionale Ernährung stattfinden. Weitere Infos: www.leisenhof.info/hofgarten.

Leisenhofgarten

Wien: IGOR - Integrationsarbeit und Gesundheitsförderung im öffentlichen Raum

Bereits vor 15 Jahren wurde das Gartentherapie-Projekt „IGOR“ ins Leben gerufen. Seit 2014 können sich auf dem Arial des ehemaligen Geriatriezentrums „Am Wienerwald“ minderjährige Flüchtlinge beschäftigen. Auf der 4.000 m² großen Grünfläche züchten und pflegen geflüchtete Menschen gemeinsam mit anderen Freiwilligen Gemüse, Pfingstrosen, alte Rosensorten und viele mehrjährige Stauden. „Die Grundidee war die Verbindung von Garten-und Integrationsarbeit“, erklärt Brigitte Gadnik-Jiskra von IGOR. „Mit der jetzigen Nutzung als Flüchtlingseinrichtung bietet ‚IGOR‘ den Boden für Selbstversorgung, Gemeinschaftsbildung, Freundschaft, Identität, Vertrauen und Kulturvermittlung.“ Das Projekt stützt sich unter der Leitung von Fritz Neuhauser, Arzt, Familien- und Gartentherapeut, auf zwei Anstellungen der VHS Hietzing sowie 30 ehrenamtliche Mitarbeiter. Mit dem Wettbewerbsgewinn werden Gartengeräte, Aufwandsentschädigungen sowie regelmäßige Gartenfeste finanziert, die die schönste Motivation für die Anstrengung der Beteiligten sind.

IGOR

Wien: Matznergarten - gemeinsam wachsen

Der gemeinnützige Verein „Gemeinschaftsgarten Matznerpark – Urban Gardening in Wien“ hat sich 2015 gefunden. Mit Unterstützung der Bezirksvorstehung wurde ein 500 m2 großes Areal im Matznerpark (im 14. Wiener Bezirk) gepachtet. Im Frühjahr 2016 entstanden mit vereinten Kräften 24 Beete aus Paletten für den Gemeinschaftsgarten sowie zusätzliche Beete, die der benachbarten Volksschule und einem Jugendbetreuungs-Verein zur Verfügung gestellt wurden. „In der anonymen Großstadt lernen wir in unserem Garten nicht nur unsere Mitglieder besser kennen, wir glauben dass Urban Gardening mehr ist, als Gemüseanbau abseits des eigenen Balkons. Unser Verein schafft Kommunikation, wir binden Menschen aus unserer Umgebung in unsere Tätigkeit ein“, so Klaus Brixler. Mit dem Gewinn wird u.a. frische Erde gekauft, Beete und die Gartenhütte werden repariert. Neben Workshops zu Themen wie „Erdbeeren vermehren“, Kompostmanagement oder „Marmelade selber herstellen“, stehen für heuer zwei Gartenfeste mit Kinderprogramm, Pflanzentauschbörse und mobilem Café auf dem Programm. Selbstgebaute Palettenmöbel sollen zum Verweilen einladen. Weitere Infos: www.matznergarten.at.

Matznergarten

Eisenstadt: Europahaus Burgenland - Kosmopolitischer Garten

Seit 2012 werden im „Kosmopolitischen Garten“ des Europahauses Eisenstadt gärtnerische und künstlerische Projekte gestaltet. Derzeit läuft ein interkulturelles Projekt, bei dem Asylwerber den Garten selbständig bewirtschaften. „Für die Asylwerber ist es sehr wichtig, wieder eigenen Boden zur Verfügung zu haben, um eigenverantwortlich in der Saat, Aufzucht und Pflege der Gemüsepflanzen tätig zu sein und aktiv für sich sorgen zu können“ erklärt Helga Kuzmits vom Europahaus. Der „Kosmopolitische Garten“ bietet ideale Voraussetzungen, um unterschiedliches Wissen, Praktiken und Pflege im Gartenbau auszutauschen und festliche Begegnungen zu organisieren. Dazu kommt das Interesse von Schulen, den Garten für Exkursionen und Praktikumstage zu nutzen. Bei Arbeiten, die maschinelle Unterstützung benötigen, hilft die Landwirtschaftliche Fachschule Eisenstadt, unentgeltlich. Mit den 5.000 Euro von Hofer werden neue Werkzeuge, Pflanzen und Sitzgruppen gekauft sowie ein Sommerfest organisiert, das Begegnungen zwischen Einheimischen und Asylwerbern ermöglicht. Weitere Infos: www.europahaus.eu/garten.

Europagarten

Kufstein: Verein Kufstein hilft - Gemeinschaftsgarten Bunte Daumen

Im interkulturellen Gemeinschaftsgarten „Bunte Daumen“ bepflanzen und pflegen alteingesessene Kufsteiner und Menschen, die nach der Flucht hier eine neue Heimat gefunden haben, eine Fläche von 1.400 m². Neben Beeten für einzelne Gärtner, Familien, zwei Volksschulklassen und einen Kindergarten, spielen Gemeinschaftsflächen eine besondere Rolle. Durch das gemeinsame Bearbeiten des Bodens von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und Altersgruppen entstehen Begegnung und Austausch. Soziale Kompetenzen werden durch gemeinsames Tun gestärkt. „Für die kommende Saison planen wir die Errichtung eines Tipis, in dem Workshops, Fortbildungen, Kurse und Feste wettersicher abgehalten werden können“, freut sich Christiane Moser vom Verein „Kufstein hilft“. Weitere Infos: www.kufstein-hilft.at.

Kufstein hilft

Salzburg/Stadtteil Itzling: Diakoniewerk - Gemeinsam Gartln

Im Auftrag der Stadt Salzburg kümmert sich das Diakoniewerk um eine besondere Begleitung und Unterstützung für Menschen aller Altersgruppen in zahlreichen Stadtteilen. Dazu wurden vier Bewohnerservices gegründet, die den Menschen mit Beratung und Netzwerkarbeit zur Seite stehen. Bei einer Zukunftswerkstatt im Bewohnerservice Itzling & Elisabeth-Vorstadt entstand das Projekt „Gemeinsam Gartln“, bei dem mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zahlreiche Aktivitäten umgesetzt wurden. So wurden z.B. Scheibtruhen mit Gemüse und Blumen bepflanzt, gemeinsam mit Kindern ein Naschhügel am Schulweg geschaffen, ein brachliegender Kinderspielplatz wurde in einen blühenden Bewohnergarten verwandelt und ein Pflanzentauschmarkt organisiert. Alle Aktivitäten werden gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern geplant und umgesetzt, wodurch auch Nachbarschaftsnetzwerke aktiviert werden. Die Kommunikation, Integration und Gemeinschaft in der Siedlung wird gefördert und das Verantwortungsgefühl für die öffentlichen Flächen gestärkt. Die unterschiedlichen, kreativen und auch unkonventionellen Aktivitäten zeigen die Vielfalt und Möglichkeiten des Gartelns auf kleinen, ungenutzten Flächen im öffentlichen Raum in Salzburg. Mit dem Hofer-Gewinn werden frische Erde, Blumen, Sträucher und Gemüse zum Nachpflanzen angeschafft. Weitere Infos: www.diakoniewerk-salzburg.at/gs_gartentreff.

Diakoniewerk Salzburg

Niederösterreich: Permavitae - Garten der Sinne

Tasten, Riechen, schmecken: Der Verein „Permavitae“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder zurück zur Natur zu führen. Dafür soll in Oberhenndorf, Jennersdorf ein „Garten der Sinne“ für Kinder angelegt werden: Naschhecken mit Beerensträuchern, eine Duftwiese, Gemüsebeete zum Kosten und Selber-Ziehen sollen das Erleben und Kennenlernen der Natur erleichtern. Der Verein hat bereits in Schulen in Niederösterreich und der Steiermark erfolgreich Projekte umgesetzt
und möchte der nächsten Generation das Wissen um Natürlichkeit und beste Qualität der Lebensmittel vermitteln. „Wir haben 120 Mitglieder, die organisatorische Arbeiten ehrenamtlich erledigen. Unsere Infrastruktur ist mittlerweile schwer überfordert. Mit den Mitteln von Hofer können wir aber unser nächstes Projekt durchführen“, freut sich Judith Anger. Weitere Infos: www.permavitae.org.

Permavitae
Tipps vom Biogärtner
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